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berch.info > Historie > Vogelschießen

Das Vogelschießen der Altstädter Schützen

Belegt ist das Erlanger Vogelschießen erstmals für das Jahr 1456. Ein neues Schießhaus der Altstadt wurde 1729 in der Nähe der Felsenkeller errichtet. Dort hielten die Altstädter Schützen ihr Vogel- oder Königsschießen immer zu Pfingsten und seit etwa 1750 genau am dritten Pfingstfeiertag, also am Pfingstdienstag,  ab. Die Schützen zogen damals im festlichen Zug durch die Stadt zum Schießhaus der Altstadt und ermittelten dort den Vogelkönig: von einer hohen „Vogelstange“ wurde ein hölzerner Brandenburger Adler, der Wappenvogel der Markgrafen, abgeschossen. Die mit den Jahren steigenden Besucherzahlen sorgten allerdings dafür, dass das Vogelschießen ab 1845 immer mehr reglementiert wurde, um die Besucher durch die Schießübungen nicht zu gefährden. Im Jahre 1911 wurde das Vogelschießen schließlich ganz auf einen von der Bergkirchweih unabhängigen Termin verlegt.

Das Vogelschießen blieb aber der Grund, warum der Pfingstdienstag, jetzt auch „Firmendienstag“ genannt, für die Einheimischen eine Art „Nationalfeiertag“ ist und alljährlich zum Pflichtprogramm jeder Bergkirchweih gehört: Erlanger Geschäfte und Firmen schließen früher ihre Pforten, um mit der gesamten Belegschaft auf den Berg zu gehen.

Schützen präsentieren vor dem Erichskeller den Vogel (rechts unten), der danach im Schießhaus Stück für Stück abgeschossen wird. Quelle: Stadtarchiv
Schützen präsentieren vor dem Erichskeller den Vogel (rechts unten), der danach im Schießhaus Stück für Stück abgeschossen wird. Quelle: Stadtarchiv

Quellen:
Birke, Ralf und Karl-Kraus, Karl (Hrsg.): Der Berg: Das Phänomen Erlanger Bergkirchweih. Birke Verlagsgesellschaft, Erlangen, 2004.
Stadt Erlangen (Hrsg.): 225 Jahre Erlanger Bergkirchweih 1755-1980. Stadt Erlangen, 1980.

Wünschmann, Renate: Die Bergkirchweih im Taschenformat. Sonderdruck aus: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung. Band 50/2004. Erlangen, 2004.